wie ihr schon in der Überschrift seht, wird dieser Blogeintrag etwas ansprechen, was unvermeidlich war und irgendwann, früher oder später, wohl in diesem Zusammenhang immer zur Sprache kommt.
Patriotismus.
Ja, die Amis sind patriotischer als die Deutschen, das kann ich schonmal ganz klar sagen.
Es sind Kleinigkeiten, die das zum Ausdruck bringen, aber auch größere Ereignisse.
Ein Ritual in der Schule ist zum Beispiel das gemeinsame Sprechen der "Pledge of Allegiance".
Was das ist? Wikipedia sagt:
"The Pledge of Allegiance of the United States is an expression of loyalty to the federal flag and the Republic of the United States of America."Am Anfang der zweiten Stunde kommt also eine Durchsage, alle stehen auf, manche legen auch ihre rechte Hand aufs Herz, und alle (fast) alle sprechen:
I pledge allegiance to the flag of the United States of America, and to the republic for which it stands, one nation under God, indivisible, with liberty, and justice for all.
Honor the Texas flag; I pledge allegiance to thee, Texas, one state under God, one and indivisible.
Manchmal singt auch jemand die Nationalhymne.
Und dann kommt "And now for your moment of silence", also soll keiner sprechen.
Etwas gewöhnungsbedürftig und es kümmert nicht jeden Schüler, ist aber eben Teil des Schulalltags.
Am letzten Freitag dann hat ein Ereignis den Patriotismus hier nochmal auf eine ganz andere Ebene gebracht.
Die Rowlett High School hatte an diesem Schultag in der vierten Stunde die Ehre drei Medal of Honor recipients zu empfangen.
Was ist die Medal of Honor? Wikipedia:
"The Medal of Honor is the highest military decoration awarded by the United States government. It is bestowed by the President, in the name of Congress, upon members of the United States Armed Forces who distinguish themselves through "conspicuous gallantry and intrepidity at the risk of his or her life above and beyond the call of duty while engaged in an action against an enemy of the United States."Etwas mehr als 700 Schüler hatten also die Möglichkeit, drei tapfere Männer, die im Vietnamkrieg ihr Leben riskiert haben, und dafürdie höchste Auszeichnung bekommen haben, anzuhören und Fragen zu stellen.
Das fand im Auditorium unserer Schule statt.
Eins kann ich euch sagen, es war echt beeindruckend. Auf welche Weise muss jeder selbst entscheiden.
Jedenfalls fing es damit an, dass etwa fünf Schüler in Uniform (sah so ähnlich aus wie eine Pfadfinderuniform) die Texanische und die Amerikanische Flagge marschierend reingetragen haben.
Dann hat jemand die Pledge of Honor gesprochen und ausnahmslos jeder Schüler und Lehrer ist aufgestanden und die meisten haben mitgesprochen.
Dann hat ein Mädchen die Nationalhymne gesungen (Gänsehaut... uuh).
Alle standen natürlich noch ich hab keinen, wirklich niemanden reden hören. War schon fast gruselig.
Und dann konnte man den drei Ex-Soldaten Fragen stellen und sie haben eben über ihre Erfahrungen berichtet.
Nach mehreren Danksagungen, und "es ist ja eine riesige Ehre Sie hier zu haben", ging der Schulalltag weiter.
Aber als ich da saß und die drei angeguckt hab, war das, was mir durch den Kopf ging: Das sind Mörder. Die haben im Krieg Leute umgebracht.
Und sie werden, als Repräsentanten aller tapferen Männer, verehrt. Und die Nachricht soll an die Jugend weitergegeben werden: Kämpfe für dein Land, wenn du willst kannst du alles erreichen, handle selbstlos!
Ich fand es sehr eindrucksvoll und ich war überwältigt. Allerdings nicht im positiven Sinne. Das passt einfach nicht in die Art und Weise, wie man als Deutscher über sein Land denkt.
Was sagt ihr dazu?
Schreibt einen Kommentar. Ich würd mich ewig freuen.
I hope you're having a great time back in good old Germany,
Svenja







